Wat Preah Ang Kuhear (in historischen Texten auch als Preah Kuk Preah Nipean erfasst) ist ein faszinierender Kulturschatz in der Provinz Kampong Cham. Die Pagode liegt im Bezirk Stueng Trang, eingebettet am hügeligen westlichen Ufer des Mekong-Flusses. Wer vom Tempelgelände aus over das Wasser blickt, erlebt die gewaltige Dynamik dieses Flusses, der hunderte Kilometer weiter nordöstlich am historischen Städtchen Chhlong vorbeifließt. Was diesen Ort so einzigartig macht, is die harmonische Verschmelzung einer aktiven buddhistischen Pagode mit der alten, prä-angkorianischen Geschichte des Landes.
Der Tempelkomplex wurde um und auf markanten, natürlichen Felsformationen direkt am Flussufer errichtet. Der Name Kuhear bedeutet auf Khmer „Höhle“ oder „Felsüberhang“ und bezieht sich direkt auf die schattige, natürliche Höhlung unter den Felsen. Hier ruht ein beeindruckender, Jahrhunderte alter liegender Buddha, der in das Nirvana eintritt. Lokalen Legenden zufolge entspringt in dieser spirituellen Höhle heiliges, segnendes Wasser, was die Stätte zu einem wichtigen Pilgerort für die umliegenden Dorfgemeinschaften macht. Archäologische Funde belegen, dass dieser spezifische Punkt am Mekong bereits während der Chenla-Zeit (7. und 8. Jahrhundert) einen heiligen Status genoss. Einzigartig ist, dass hier das ganze Jahr über Wasser aus den Felsen tropft, das von den Einheimischen als heiliges Wasser verehrt wird.
Während der Regenzeit steigt der Mekong massiv an und das Wasser umspült spektakulär die unteren Tempelbereiche, was ein mystisches Schauspiel erzeugt. Da dieser Ort weit abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegt, trifft man hier so gut wie nie westliche Reisende an. Es ist eine Oase der Ruhe, an der man das reine, ländliche Kambodscha einatmen kann. Für Reisende, die mit dem Geländewagen oder einem Vintage-Jeep die unbefestigten Pisten entlang des Mekongs erkunden, bildet dieser historische Felstempel ein absolutes und unvergessliches Highlight.